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Monat Januar 2019

Suche Frieden und jage ihm nach!

Psalm 34,15


Gedanken zur Jahreslosung


In der Vorstellung des Königs David ist der Frieden wie ein scheues Tier, das sich gerne versteckt, von einem wegrennt und nur mit viel Mühe und Beharrlichkeit aufzufinden ist. Ihn Suchen und ihm nachjagen sollen wir. Scheinbar ist er nicht leicht und schnell zu finden. Der Frieden ist allgemein ein Zustand des guten Zusammenlebens von zwei oder mehreren Menschen. Die gängigen Bestimmungen des Begriffs „Frieden“ deuten auf die Abwesenheit von Störungen - insbesondere von Krieg. Dieser soziale Aspekt des Friedens zwischen zwei oder mehreren Menschen ist sehr wichtig. Dieser Frieden ergibt sich nicht automatisch, sondern erst durch be-harrliche Arbeit. Dem sozialen Frieden nachjagen bedeutet, im Gespräch mit un-seren Mitmenschen zu sein, Zeit mit ihnen zu verbringen, bereit zu sein, respektvoll auf den anderen zuzugehen, Konflikte zu lösen, Fehler einzugestehen und einander zu vergeben. Der soziale Frieden versteckt sich gern und es wichtig, ihn zu suchen und zu finden. Die Bereitschaft zum sozialen Frieden hängt von einem viel wichtigeren Frieden ab. Es ist der innere Frieden. Das Wort „Schalom“ im Alten Testament bedeutet mehr als äußeren Frieden, mehr als Abwesenheit von Krieg und Gewalt. Er beschreibt in erster Linie einen Zustand des Herzens. Schalom bedeutet innerer Frieden, innere Ausgeglichenheit, innere Ruhe. Inneren Frieden haben bedeutet, mit sich selbst zufrieden sein, mit sich selbst versöhnt sein, ein ausgeglichenes Leben führen. Dieser Schalom ist ein Zustand, den wir Menschen nicht herbeizaubern können. Wir können ihm aber nachjagen.
Vor was versteckt sich der innere Frieden? Wie kann ich ihn finden?
- Der innere Frieden versteckt sich dann, wenn wir sündigen. Die Sünde verscheucht den Frieden. An seine Stelle tritt das Gewissen, das uns zeigt, dass durch die Sünde zwischen mir und Gott eine Trennung eingetreten ist. Ich kann dem inneren Frieden nachjagen, indem ich um Vergebung meiner Sünden bete. Das Gebet ist das Suchen. Wenn wir unsere Sünden bekennen, dann kehrt der Frieden zurück.
- Der innere Frieden stört sich an den Wunden, die andere Menschen oder bestimmte Lebenssituation in unserem Herzen verursacht haben. An seine Stelle treten Wut, Schmerzen, Resignation und vieles andere aus dem Bekanntenkreis des mangelnden Selbstwertes. Dem inneren Frieden nachjagen bedeutet in diesem Fall, die heilende Gegenwart Jesu in meinem Leben zuzulassen: Wunden nicht zu verdrängen, sondern sie wahrzunehmen, sie Jesus hinzuhalten und sie mit seiner Hilfe aufzuarbeiten. Dieses „Jagen“ wird etwas Zeit in Anspruch nehmen. Doch es lohnt sich!
- Den inneren Frieden stört es, wenn ich vor unangenehmen Themen, Fragen, Begegnungen, Entscheidungen fliehe. Wir alle kennen solchen Herausforderungen, die wir gerne vermeiden würden. Sie lösen bei uns Respekt und gelegentlich Angst aus. Wenn ich mich vor diesen Herausforderungen verstecke, dann versteckt sich der Frieden auch. Indem ich mir diese Themen anschaue und sie in Angriff nehme, kommt mein Frieden zurück.
Der Frieden zwischen zwei Menschen hängt von zwei Menschen ab. Der innere Frieden hängt nur von mir ab. Das heißt, die Entscheidung nach dem Jagen hängt von mir ab. Als Christ habe ich aber einen Helfer an meiner Seite. Jesus ist sowohl mein Helfer als auch die Quelle des inneren Friedens. Das Suchen und Jagen nach dem Frieden bedeutet immer wieder, zu Jesus zu kommen und bei ihm verweilen.
Denn er vergibt mir die Schuld, damit ich innerlich Frieden habe. Er schenkt mir Heilung von meinen Wunden. Mit ihm kann ich unangenehme Situationen im Leben bewältigen. Jesus ist mir dabei nicht nur eine Hilfe, sondern er selbst ist die Quelle des Friedens. Er sagt uns: Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. (Johannes 14, 27). Der Frieden von Jesus ist der Schalom, der in uns groß sein kann und uns ganz ausfüllen kann. Im Johannesevangelium sagt Jesus weiter: Dies habe ich mit euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden (Johannes 16, 33). Wenn wir seinen Frie-den in uns haben, bedeutet das nicht, dass wir sorglos, ohne Angst, ohne Zweifel, ohne Konflikte, ohne Selbstzweifel usw. leben werden. Es bedeutet aber, dass wir trotz all der Herausforderungen Frieden haben werden. An der Seite Jesu verwandelt sich der Frieden aus einem scheuen Tier, das sich versteckt, in eine Quelle, die ich immer wieder aufsuchen kann und von der ich trinken kann. Der Frieden verwandelt sich in eine zarte Blume in meinem Herzen, die viel Zuwendung und Sorgfalt benötigt und vor allem viel Wasser aus der Quelle, die Jesus selbst ist.
Der Schalom Jesu möge uns im neuen Jahr begleiten!
Pastor Johann Vollbracht










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