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Monatsspruch Mai 2016

Aus der Ferne ist mir der HERR erschienen:
Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt.

Jeremia 31,3

Du hast Worte des ewigen Lebens.

Johannes 6,68


Gedanken zur Nachfolge

Viele der Worte Jesu zum Thema „Nachfolge“ klingen sehr herausfordernd:
„Das Kreuz auf sich nehmen“, „sich selbst verleugnen“, „die Feinde
lieben“, „ohne Unterlass beten“. Hinzu kommt, dass Jesus beim Thema
Nachfolge fast kein lebensrelevantes Thema auslässt: Nachfolge umfasst
unsere Prioritäten, unsere Beziehungen, unseren Umgang mit Geld
und vieles mehr. Wie soll ich all die Worte Jesu umsetzen können? Die Worte Jesu sind so herausfordernd, fast schon unmöglich, sie konsequent umzusetzen. Bin ich
nicht von Anfang an zum Scheitern verurteilt?
Ja, wenn ich den Hintergrund der Worte Jesu nicht im Blick habe, dann
kann ich an seinen Worten schnell verzweifeln und mich auch entmutigen
lassen. Damit diese drei Monate nicht in Frust enden, ermutige ich uns, Folgendes
im Blick zu haben:
Jesus ist die Liebe. Jesus liebt mich und sein Wunsch ist es, dass ich auch in seinen Worten seine tiefe Liebe zu mir entdecke. Bei der Umsetzung
der Worte Jesu will ich nicht vergessen, dass seine Liebe und Vergebung
bedingungslos sind. Unabhängig von meinen Erfolgen oder Niederlagen
in der Nachfolge, unabhängig davon, wie leicht oder schwer mir manches fällt, sind Jesu Liebe und Vergebung bedingungslos und hängen nicht von meinen Erfolgen ab. Ich kann der Liebe und der Vergebung Jesu immer gewiss sein. Sie sind keine Belohnung für meine Bemühungen. Die Nachfolge ist ein Übungsfeld. Sie ist ein Glaubenstraining. Jesus ermutigt seine Jünger: „Lernt von mir!“ Bei der Nachfolge geht es nicht darum, dass ich beim ersten Versuch gleich alles richtig mache. Nachfolge ist ein Lernen, sie ähnelt einem Üben auf einem Instrument.
Ein Instrument zu spielen lernt man nicht an einem Tag. Vielmehr geht es
um das tägliche Üben, das tägliche Lernen. Beim Üben machen wir Fehler,
verspielen uns und lernen immer wieder etwas hinzu. So ist es auch in
der Nachfolge: Wenn ich den Anspruch habe, gleich beim ersten Versuch
alles richtig zu machen, werde ich nur frustriert sein. Aber ich kann jeden
Tag üben, jeder Fehler ist ein Ansporn, es noch einmal zu versuchen, um
es beim nächsten Mal besser machen zu können.
Die Nachfolge Jesu ist auch eine Übung des Vertrauens. Die Anweisungen
Jesu werden nicht zum Krampf, wenn ich in ihnen die Liebe
Jesu zu mir sehe und sie als Anweisungen zum Vertrauen verstehe. Nur
dann kann ich die Worte Jesu frohen Herzens anwenden, wenn ich davon
überzeugt bin und das Vertrauen habe, dass Jesus damit für mich nur Gutes
will. Auch wenn die Worte Jesu mich zu sehr grundsätzlichen Entscheidungen
und Taten ermutigen, so vertraue ich wie ein Kind seinen Eltern,
dass die Worte Jesu ein Segen für mich sind:
Wenn ich Zeit mit Jesus verbringe („Es soll euch zuerst um Gottes Reich
und Gottes Gerechtigkeit gehen“), wenn ich meine Feinde liebe und sie
segne, wenn ich den Zehnten Jesus zur Verfügung stelle, wenn ich mich
von etwas trenne, was mir lieb ist, aber mich im Glauben hindert („Wenn
du durch dein rechtes Auge zu Fall kommst, dann reiß es aus und wirf es
weg“), dann vertraue ich darauf, dass Jesus mich nicht im Regen stehen
lässt, sondern mich segnet. Nur aus diesem Grundvertrauen heraus kann ich mit Freude Jesu Worte in meinem Leben umsetzen.
Jesus ist Gott. Sein unendliches Wesen, seine unendliche Liebe zu uns
können wir nicht erfassen. Aber er hat sich uns in Bildern offenbart, die
uns verdeutlichen und helfen sollen, sein Wesen der Liebe zu entdecken:
Er ist der barmherzige Samariter, er ist der Weinstock, der uns trägt, er
ist der Weg, auf dem ich gehen kann, er ist das Brot des Lebens, er ist der
liebende Vater, der mich immer mit offenen Armen erwartet, er ist das
Leben, er ist das Licht, er ist das Lamm Gottes, das meine Schuld trägt,
er ist mein Freund. In meiner täglichen Nachfolge will ich dieses Herz Gottes, seine Liebe zu mir entdecken. Diese tiefe Liebe wird mich nicht frustriert zurücklassen,
sondern mir Freude bereiten und mir Mut zur Nachfolge geben.

Pastor Johann Vollbracht


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